Come with me to Canada!

Hey, freut mich dich kennenzulernen! Ich bin Julia und du hast gerade meinen Blog entdeckt. Hier werde ich vor und während meines Auslandsjahres in Nova Scotia, Kanada meine Erfahrungen und Eindrücke mit dir teilen. Außerdem hoffe ich, dir einen echten Einblick in ein kanadisches High School Year als Austauschschülerin geben zu können und dich vielleicht so dazu zu inspirieren deinen Koffer zu packen um in ein eigenes Abenteuer zu starten. Wenn du mehr über mich wissen möchtest, schau doch mal unter "Über mich" nach.  Solltest du Fragen und/oder Anmerkungen haben, lass mir gerne eine Nachricht da (Klick hierzu auf Contact).

Hurricane

"In the eye of a hurricane there is quiet, for just a moment, a yellow sky"


Diese Zeilen stammen aus einem meiner Lieblingsmusicals mit dem stolzen Titel "Hamilton" nach der gleichnamigen Hauptfigur und einem der amerikanischen founding fathers Alexander Hamilton, welcher hier unter anderem von seiner traumatischen Erfahrung mit einem Hurricane erzählt, der die Welt auf seiner kleinen karibischen Heimatinsel komplett zerstört hat.

So muss es jetzt Tausenden von Menschen gehen, die auf den Bahamas die volle Wucht des Sturms Dorian abbekommen haben, ihr Leben ist wortwörtlich weggefegt, was bleibt ist Angst, Zerstörung, Hunger, Durst, Schmerz und Chaos. Der Sturm, der die Bahamas mit einer Hurricanestufe 5 erreichte, war schon um einiges langsamer als er in Florida eintraf, doch auch an der gesamten US-amerikanischen Küste verwüsten Starkwinde und schwere Regenfälle das Land. Was bei uns hier oben in Nova Scotia ankommt ist nur ein Windchen, gegenüber dem was dort viele viele Kilometer südlich über die Bahamas gezogen ist, und dennoch bleibt es auch hier ein Hurricane Stufe 2, umgewehte Bäume, keine Wasserversorgung, kein Strom. Als ich am Samstag gegen Mittag unter die Dusche springen will, kommt nicht mal mehr ein Tropfen Wasser aus dem Hahn. Das Licht flackert schon seit 12 Uhr mittags, doch um 13 Uhr geht plötzlich alles aus. Windig ist es, das stimmt, aber nichts deutet auf einen ernstzunehmenden Sturm hin und auch die anderen Anwohner sehen die Situation mehr als entspannt. Wenn die Sturmwarnungen durchgegeben werden fällt immer wieder der Satz "Jaja das sagen die immer und dann kommt hier doch nur eine einzige Gewitterwolke an". Doch als am Samstagabend mehr als nur "eine Gewitterwolke" aufzieht, werden auch die coolsten Kanadier langsam nervös. Der Supermarkt ist plötzlich wie leergefegt, in unserem Badezimmer stehen gefüllte Wassereimer, die Taschenlampen liegen mit neuen Batterien gefüllt auf dem Tisch und es wird fleißig rumtelefoniert. Wer hat noch Strom? Wieso ist der  jetzt überhaupt schon aus? Wieso haben wir kein Wasser? Wann ist der Sturm so richtig hier? Denn als der Himmel eigentlich nur noch eine einzige graue Masse ist, klatschen selbst die Äste der dicken Bäume immer schneller gegen die Fensterscheiben, Blätter wirbeln vorbei, die jüngeren Bäume stehen schräg im Wind. Jetzt werden Wetternachrichten mit den batteriebetriebenen Radios auch tatsächlich gehört, zu diesem Zeitpunkt sind die Tankstellen schon komplett an Benzin leergekauft. Kerzen werden angezündet, alle halbe Stunde ein Wetter Update, langsam verabschieden sich die Handyakkus. Es wird dunkel draußen und mit Einbruch der Dunkelheit zieht das Sturmzentrum über uns hinweg.
Es ist still im Haus, wir spielen Karten bei Kerzenlicht und fühlen uns eingeengt, aber können unmöglich raus. Also gehen wir ins Bett, machen die Augen zu und beten, dass es bald vorbei ist.

Wir haben einen Hurricane Stufe 2 erlebt, es gibt keine Verletzten, kaum Sachschäden, keine Schäden am Haus selbst, Strom und Wasser ist hier zwar aus, aber wir kriegen alles was wir brauchen von der Verwandtschaft und können die ganze Situation mit Humor nehmen.

Die Bahamas haben einen Hurricane Stufe 5 erlitten. 160 mph schnelle Winde haben alles zu einer einzigen wüsten Fläche gemacht, in wenigen Stunden ist das ganze Leben von zahllosen Inselbewohnern zerstört, es gibt schon früh erste Meldungen über Tote, Dunkelziffer vermutlich aber weitaus höher. Strom und Wasser ist komplett weg, dafür steht das Wasser überall hoch. Das Militär evakuiert großflächig, ein Kreuzfahrtschiff transportiert Nahrung und Wasser. Das war nur ein Sturm und es ist unfassbar was das auslöst. Das war nur ein Sturm und schon haben viele Menschen, deren Leben noch vor kurzem normal war, kein Zuhause mehr.
Also, wenn ihr heute Abend ins Bett geht, dann denkt bitte einmal daran, was gerade anderswo auf dieser Welt passiert und das es eben nicht selbstverständlich ist, wenn es draußen stürmt ins Bett zu gehen mit dem Wissen, das es morgen früh ja alles wieder gut und vorbei sein wird. 

1 Kommentare

High School Musical und Sonne im Bauch

Ja okay, ganz vielleicht übetreib ich ein wenig, wenn ich sage, Hollywood hätte tatsächlich brauchbares Doku-Material produziert als sie Zac Efron mit Justin Bieber Frisur vor die Kamera gestellt haben. Und eigentlich fallen mir auch viele Dinge ein, die hier ja mal so gar nicht filmreif sind. Trotzdem, und das darf ich jetzt auch mal so sagen, meine High School erinnert mich echt an die zahllosen Romantic Comedies, die ich mir so über die Jahre hinweg angeschaut habe.
Da haben wir zum einen den riesigen Parkplatz vor der Schule und ja, auch die gelben Schulbusse mit Kultpotenzial.
Da sind die schweren Eingangstüren, die Sportfelder hinter dem Gebäude, eine Handvoll Middle School Kids spielt Basketball. Die Luft riecht nach Regen und Wald, wenn man das Gebäude betritt jedoch nach Schulbüchern und ein bisschen Staub. Lange Gänge mit zahllosen Schließfächern, eine Mensa mit den typischen Cliquen eines jeden Klischeefilms und ja, auch die Lehrer, denen man ihr Fach ansieht.
Da ist die Theaterlehrerin zum Beispiel, die Shakespeare Zitate an der Wand und Literatur in den Bücherregalen ihres Homerooms hat.

Die Sonne bricht sich in dem leicht beschlagenen Fenster nach der ersten Period, die Bücher sind dick und die Köpfe qualmen. Mein Schließfach krieg ich immer noch nicht auf, aber mein Name steht schon auf einer der Listen für die Tryouts. 

Sportler rauschen mit großen Taschen über die Gänge, sie spielen alle Hockey, Basketball, Fußball, Rugby, Volleyball oder Tennis und ja manchmal sogar alles davon.

 Wenn morgens O CANADA über die Lautsprecher tönt, dann ist es leise, alle stehen still an ihren Plätzen.
Wenn nachmittags aber die Glocke tönt, kann man vielleicht auch mal umgerannt werden, wenn man seine Sachen im Raum vergessen hat.
Und genau das ist kanadische High School bis jetzt für mich, ein Haufen prasselnder Eindrücke, Herausforderungen und neue Menschen.
Aber oh gerade die sind ja so toll. Ein "Is this seat taken?" kann deinen Tag genauso retten wie ein fröhliches Winken von einem Tisch in der Mensa mit einem "Come sit with us if you like", oder ein Theaterkurs, der dich zur Kommunikation zwingen kann. Es ist plötzlich wieder alles eine Frage des 1. Eindrucks, Nervosität treibt Angst in die Augen der internationalen Schüler und trotzdem entspannen wir unsere verschwitzten und krampfigen Hände um lächelnd ein "Hi I am...... And I will stay here for the entire school year" rauszubringen , stotternd, aber wenigstens etwas. 2 Mal direkt hintereinander reihen sich Unterichtsstunden, dann endlich Pause, third period, lunch, fourth period, end. Und L

lunch, gerade lunch ist so unfassbar wichtig. Das ist der Moment, in dem man Freunde findet, sich unterhält, feststellt wie viel man gemeinsam hat... Oder halt auch nicht. Das Cafeteriaessen ist gewöhnungsbedürftig bis nahezu eklig, aber na ja gut, das ist überteuerte Schulessen, das ist überall so.


Meine Freunde von zuhause vermisse ich, wenn ich so durch die Schule gehe. Wow, denke ich dann, das würd ich gerne mit jemandem teilen, der mir so wichtig ist, wie sie es sind. Doch leider kann ich keine Aufregung in Flaschen abfüllen und nach Hause schicken, genug hätte ich davon.
Dann sehe ich den gleichen Blick in den Augen der 21 anderen Austauschschülern, sehe wie sie genauso wie ich versuchen hier reinzupassen, die Räume ihrer Klassen und Freunde zu finden und ja dann merk ich mal wieder, ich bin ja nicht alleine hier.
Klar vermisse ich zuhause, meine Familie, meine Freunde und mein gewohntes Leben. Aber hier ist jede Sekunde, jedes Gespräch, jede Aktivität mit der Host family  ein kleines Abenteuer.
Ich habe Sonne im Bauch, wenn ich an zuhause denke und das auch bei Regenwetter und Hurricane. Und das ist doch eigentlich auch was, das mir dieses Jahr zeigen soll. 

mehr lesen 1 Kommentare

Flugzeuge im Bauch

Also jetzt sitze ich nun im Flieger, Jill neben mir schläft und noch circa 3 Stunden bis Montreal. George Ezra singt in mein rechtes Ohr, als ich die Salzbrezel von der Stewardess annehme und mich langsam frage, ob ich lieber noch schlafen oder was produktives tun sollte. So oder so wird in zwei Stunden circa das Boardpersonal mit Einreiseformularen rumlaufen und ganz ehrlich ich hab eh absoluten Schlafmangel nach diesem 16 Stunden - Trip, da kann ich ja wohl auch was schreiben und wenigstens so tun als wären mir nicht vor einer Stunde die Füße eingeschlafen. Es ist ein wahnsinnig komisches Gefühl hier oben in einem AirCanada Flugzeug 11581 Meter über dem Atlantik dann plötzlich festzustellen, was man hier gerade eigentlich macht. Ich glaube zwar, dass ich noch nicht vollständig verstehe, was ein Abenteuer jetzt auf mich wartet, aber so langsam fängt die Nervosität an sich in meinen müden Körper zu schleichen. An dieser Stelle möchte ich einmal ehrlich zugeben, dass ich mich wirklich überwältigt und ja, auch ein kleines Bisschen überfordert fühle. Die gesamte letzte Woche, so auch heute, war ein einziges Auf und Ab der Gefühle, von Flugzeugen im Bauch in der nächsten Sekunde zu Tränen und schweren Herzen. Für ein Jahr Abschied zu nehmen hab ich definitiv unterschätzt, bin aber auch echt froh, hier zu sein. Ich bin 18 Jahre alt, meine Bucket List ist verdammt lang und ich habe gerade erst angefangen mal meine Augen zu zu machen und weiterzulaufen ohne zu wissen, wohin mich der Weg überhaupt führt.
Also, ich sitze gerade im Flieger, ich lande in 3 Stunden auf kanadischem Boden und ich werde jetzt diese Salzbrezel essen. 

Jill in Frankfurt... Wir waren zu faul um zu laufen😂
Jill in Frankfurt... Wir waren zu faul um zu laufen😂
0 Kommentare

Ich packe meinen Koffer und nehme mit...



Pullis, T-Shirts, Sweatshirtjacken und 

das Regenbogenstreifenshirt, 

das Papa immer liebevoll mein Ernie-Outfit nennt, 

Mamas Hose, die jetzt mir gehört, 

sie alle fallen in den geöffneten Koffer auf meinem Bett. 


Das ist ein Farbenmeer aus Stoff, ein Chaos sondergleichen, es fühlt sich an wie Sommer, Herbst, Winter und Frühling auf einmal, 

eine Ansammlung aus Streifen (- Shirts wie mir jetzt mal wieder auffällt, ich hab so viele davon). 

Doch wovon brauch ich eigentlich am meisten, 

Wer will ich denn dann überhaupt sein, 

ich, die versucht ein Jahr in Koffer zu quetschen, 

genug von hier mitzunehmen, 

aber auch Platz für das Jahr zu lassen, 

für neue unauswaschbare Farbflecken, 

für den Duft, der an Kleidung hängen bleibt,

mir verrät wo ich war, 

wo ich herkomme.  


Meine Pullis riechen nach Zuhause, 

meine dicken Kuschelsocken von Oma sind die Form von Umarmung, die man eben mitgeben kann. 

Meine Notizbücher voller blauer Tinte gleichen der an meinen Händen, als Buchdeckel aufeinander drücken um noch Platz zu finden in meinem Koffer voll von meinem Zeug, 

voller jetzt und hier und so aufgedreht aufgeregt. 


Ich packe einen Koffer voller Erinnerungen, 

die ganz gedrungen 

auf Papierseiten Platz fanden. 

Wo Momente zeitlos nebeneinander in Fotos aufgereiht

mein Leben zeigen, 

damit ich es neuen Leuten zeigen und noch mehr Erinnerungen sammeln kann. 


Ich packe einen Koffer voller Erwartungen,

Erwartungen an Wetter, Kultur und Leute. 

Einen Koffer, 

 voller bis jetzt leerer Seiten in meinem Tagebuch. 


Ich packe einen Koffer, nein, jetzt sind es schon zwei, weil es nicht alles in einen passen wollte, 

All das Glück und die Vorfreude, 

auch die Zweifel und Ängste, 

all die "Wir bleiben in Kontakt" und die "Schreib mir doch mal bitte". 


Ich kann hier sitzen und meinen Koffer packen, 

ich kann weinen und lachen gleichzeitig und ich kann das Abenteuer schon spüren. 

Ganz sanft auf den Fingerspitzen, 

in meinem Bauch rumorend, 

wie Brausebonbons kribelnd auf der Zunge. 

Ich kann es schon riechen in warmen Sommerwinden und fühlen mit jeden "See you soon" und "Can't wait to finally meet you" an meine Gastmutter und - Schwester, denn das ist wortwörtlich und aus vollem Herzen so gemeint. 


Ich packe meinen Koffer,  

einen einfachen große Koffer, der so unauffällig schwarz von außen, doch verdammt viel von mir in sich trägt, eine Menge, die mit 23kg gar nicht zu bemessen ist. 

Mein Herz ist auf jeden Fall schwerer als 23kg, wenn ich bald meiner Familie Tschüss sagen muss. 


Aber es wird vor Freude hüpfen, wenn ich dann meinen Koffer mit neuen Erinnerungen füllen kann, mit Fotos und Sand, Muscheln und einem Jahr voller neuer Menschen, voller Kultur und Sprache, Abenteuer und ins kalte Wasser springen. 

Randvoll wird er sein mit 10 Monaten Erfahrung, mit Lachen und Weinen, mit einem Kleid vom Prom und hoffentlich einer Graduation Cap, mit Kleidung, die dann nach einem zweiten Zuhause riechen wird.


Ich packe also meinen Koffer und kann es kaum erwarten. 










Vorbereitungstreffen in Köln

Das Vorbereitungswochenende in Köln war wirklich eine Erfahrung, über die es sich zu schreiben lohnt. Ich hatte um ehrlich zu sein überhaupt keine Ahnung was genau mich erwartet, als ich am Samstag Morgen gegen 8 am Bochumer Hauptbahnhof zum wahrscheinlich 100. Mal die Einladungsmail las. „Vorbereitungswochenende“- das ist einer dieser Titel zu denen mir persönlich kaum etwas einfiel und ich war verdammt froh zumindest schon mal ein paar Leute vom Stipendiumsauswahltag zu kennen. Also verbrachte ich die Zugfahrt erst einmal damit nochmal deren Namen aus einer alten WhatsApp-Gruppe zu wiederholen, Kaffee zu trinken und meine lautstark telefonierende Sitznachbarin so gut es geht zu ignorieren. An dieser Stelle können wir kurz bis zu meiner Ankunft in der Jugendherberge vorspulen, wo ich nach 2 mal Umsteigen, einmal fast den falschen Zug nehmen, mehr Kaffee und ein paar Seiten meines neuen Buches endlich mit leichten Kopfschmerzen und einem kleinen Koffer in der Hand  ankam. Von da an ist eigentlich alles nur bergauf gegangen. 


In dem schon nahezu randvoll gefüllten Präsentationsraum stellte ich dann nämlich erstmal fest, wie viele Jugendliche also tatsächlich diesen Sommer ihren Koffer packen werden um mit Ayusa im Ausland auf eine High School zu gehen. Diese Menge an Menschen ist mindestens genauso beeindruckend wie unübersichtlich, also war das aus der vorletzten Reihe grinsend winkende Mädchen meine absolute Rettung. Jill und ich kannten uns schon durch die Stipendiumsbewerbung und haben uns damals sofort angefreundet und später dann beschlossen auf dem Flug nach Nova Scotia unbedingt nebeneinander sitzen zu wollen. Bei der ganzen Aufregung, die so ein Auslandsjahr mit sich bringt, ist es also super vorher schon Kontakte mit den Leuten knüpfen zu können, denen es ganz genauso geht. Und aus der Retrospektive war das Wochenende auch gerade dafür perfekt geeignet. Denn schon nach der Begrüßung und kurzen Programmvorstellung für die 2 Tage vollgepackt mit Workshops und Gruppenaktivitäten, gab es die erste Gruppenarbeit.Doch bevor wir dann in den einzelnen zufällig zusammengestellten Gruppen den Saal verließen, wurde uns zunächst gezeigt, wer hier überhaupt in welches Land geht. Hier muss ich kurz gestehen, dass nicht direkt Norwegen, Japan oder Costa Rica in meinem Kopf waren, wenn ich an ein Auslandsschuljahr gedacht habe, aber ich wurde prompt eines besseren belehrt, als eine Handvoll Schüler aufstand als diese Länder aufgerufen wurden. Die Menge der in die USA gehenden Austauschschüler war natürlich immens hoch, mehr als der halbe Saal stand plötzlich, als das Wort „USA“ viel. Positiv überrascht war ich dann aber doch auch  von der Menge an Schülern mit dem Reiseziel Kanada, ich hätte mit deutlich weniger gerechnet. 


Dann war es also wieder an der Zeit für Gruppenarbeiten... Na super, hab ich gedacht, Vorstellungsrunden und Namensspiele...


Ja die gab es, das stimmt, aber tatsächlich waren die nur halb so schlimm wie erwartet. Anschluss zu den anderen Leuten, die auch nach Kanada fliegen werden, hab ich so auf jeden Fall bekommen. Es folgten Rollenspiele (mehr oder weniger erfolgreich), Präsentationen, viele viele Infos und Fragerunden, die mir auch meine dringendsten Fragen beantworten konnten. Mittlerweile war die Stimmung schon um einiges besser als am Morgen, wo man noch so gar nicht wusste, wie das jetzt werden soll. Ich fand erst einmal Freunde am Süßigkeiten-Tisch, denn wie soll man auch zu Plätzchen und Schokoriegeln Nein sagen? 

Spätestens als sich draußen auf unseren grauen Ayusa-Shirts erste Gras- und Schweißflecken gebildet hatten, kannte man dann tatsächlich viele Namen und hat bereits herausgefunden, mit wem man in einem Zimmer gelandet ist. Wirklich gutes Essen, viel Lachen, Reden und für mich zumindest von einem Fahrrad angefahren worden sein später, neigte sich also der Samstag auch schon dem Ende zu. 


Der Sonntag begann mit dem Versuch alles wieder in die Tasche hineinzustopfen, was man mitgebracht hatte, und unter vereinzelten Flüchen die Tasche dann auch noch zuzubekommen. Nach dem Frühstück war uns aber auch nicht langweilig, wir haben eine Stunde auf den Tischtennisplatten gesessen und einfach gequatscht. Pünktlich um 10 waren dann auch alle Eltern da und innerhalb von weiteren 2,5 Stunden auch alle möglichen Fragen beantwortet. Mehr gibt es zum Sonntag eigentlich auch nicht zu sagen, außer, dass ich jetzt in einer riesigen WhatsApp-Gruppe bin, neue Freunde gefunden habe und auf dem Flug nach Kanada nicht alleine sein werde, und das ist schon ziemlich beruhigend.

 Also, ja, das VBT hat sich gelohnt und auch wenn es zwischenzeitlich etwas anstrengend war, hat es sogar Spaß gemacht. 

1 Kommentare